2. Vaginismus Übung: Think & Feel

Der erste Schritt deinen Vaginismus zu heilen

Scheidenkrampf

Achtsamkeit und Hinsehen

Du hast es verdrängt, hast weggesehen, wolltest nichts damit zu tun haben, hast den Vaginismus verstoßen? Du hast deine Gefühle einfach weggeschoben, hast Dich ständig abgelenkt, damit auch ja keine Gedanken darüber aufkommen? Wenn deine Freunde sich über Sex unterhalten haben, hast du Dir Geschichten ausgedacht oder giltst unter ihnen als prüde weil du dich bei dem Thema so anstellst? Oder überspielst Du es ganz einfach nach außen und polarisierst? Egal wie du damit umgegangen bist, jetzt wirst du hinsehen müssen. Es geht kein Weg daran vorbei.

Der Weg zur Heilung geht nur über Dich selbst

Wenn Du dir diese Aufgaben durchliest, bedenke bitte, dass du sie nicht an einem Tag machen musst. Es geht in dieser Übung einfach darum, dass du dich mit deinen Gedanken und Gefühlen auseinander setzt. Vermutlich hast du vieles davon all die Jahre deines Leidens durch den Vaginismus einfach verdrängt, missachtet. Jetzt geht es um Konfrontation. Das kann weh tun, aber genau da wollen wir ja hinschauen. Du möchtest ja verstehen und lernen und der Weg dorthin geht über deinen verdrängten Schmerz. Hier geht es um achtsames Umgehen mit deinen Gedanken und Gefühlen. Beobachte einfach, was in dir vorgeht, was für Sehnsüchte du hast. Mache die Aufgaben in deinem Tempo, es ist einfach nur wichtig dass du sie MACHST. Es gibt keine Regeln. Es gibt keinen Vergleich.

Feel: Sei achtsam mit deinen Gefühlen:

Deine erste Aufgabe
Die erste Aufgabe wird sein, dass Du einmal deine ganzen negativen Gefühle aufschreibst die Du gerade in Dir hast. In all den Jahren des Nicht-Hinsehens haben sich viele Gefühle aufgestaut. Verdrängung bewirkt immer das Gegenteil. Es kommt umso stärker zurück.
Daher musst du nun genau hinsehen:
Lass alles raus, schreib es Dir von der Seele, schreib es aus deinem Kopf. Wie geht es Dir, was fühlst Du?
Ich möchte, dass Du ein letztes Mal all die negative Energie in Worte fasst, die Du schon so lange Zeit mit Dir herumträgst. Wer bist du jetzt gerade in diesem Moment? Welcher Schmerz ist in Dir verankert? Was hält Dich fest und macht Dich traurig? Bist du wütend, auf den Vaginismus, auf Dich selbst, auf das Leben?
Du kannst dabei weinen, schreien oder was auch immer. FÜHLE DEINEN SCHMERZ.
Schreibe nun deine Gefühle auf ein Blatt Papier.
Wenn Du alles aufgeschrieben und rausgelassen hast, falte diesen Zettel, stecke ihn in einen Briefumschlag und lege ihn zur Seite. Er dient später zur Reflektion.
Vielleicht wirst du dich nach dieser Aufgabe leer und ausgelaugt fühlen. Das ist normal und okay. Du hast jetzt erst einmal hingesehen und es Dir von der Seele geschrieben. Lass es für heute gut sein. Dieser kleine Schritt reicht schon aus, um etwas in deinem Leben zu verändern. In dieser intensiven Zeit wirst du eine Achterbahn der Gefühle in Dir kennenlernen. Und auch das gehört zu deiner Heilung dazu.
Aufgabe: Achte ab jetzt jeden Tag darauf, wie es Dir geht, wie du dich fühlst. Nimm es einfach erstmal nur bewusst wahr.
Achtsamkeit

Think: Sei achtsam mit deinen Gedanken:

Es geht um dein Mindset, welches elementar wichtig ist für deinen Erfolg. Du visualisierst jetzt dein neues Ich. So wie du sein möchtest, ohne den Scheidenkrampf. Stell Dir vor, du bist geheilt. Dein persönliches Wunder, deine Vision. Jetzt gilt: DREAM BIG

Ob du glaubst, du schaffst es oder ob du glaubst, du schaffst es nicht, du hast auf jeden Fall Recht.

  • Lies die Aufgabe bis zum Schluss durch, atme tief ein, schließe deine Augen und fühl Dich in dein neues Ich hinein.
  • Danach notierst Du dir fünf Sätze die dein neues Leben, dein neues Ich beschreiben.
  • Versuche dabei Sätze wie beispielsweise: „ich habe keine Schmerzen mehr“ zu vermeiden. Sie lenken deine Aufmerksamkeit wieder zurück zum Schmerz.
Beispiele können sein:
Ich führe ein Selbstbestimmtes Leben; Der Vaginismus gehört zu meinem Leben und das ist okay; Ich habe ein erfülltes Sexleben; Ich kann mich sexuell vollkommen entfalten; Sex fühlt sich wunderbar leicht an; Sex macht Spaß; Ich habe Lust auf Sex
Du weißt in diesem Zusammenhang, dass die Übungen Dich genau dorthin führen werden. Zu deinem neuen Ich. Binde die Übungen mit in deine Vision ein und freu dich jeden Tag darauf sie ausführen zu dürfen.
Einen Satz möchte ich Dir vorgeben: „Ich weiß zwar noch nicht genau wie, aber ich habe richtig guten Sex!“
Deine nächste Aufgabe
Beginnen wir nun die zweite Aufgabe: Visualisierung/Visionboard und Motivations-Brief
Stell Dir einmal vor, wie Du dich fühlen würdest, wenn Du keinen Vaginismus hättest. Wenn Du dich sexuell vollkommen frei entfalten könntest und keine Schmerzen mehr hättest. Fühle in Dich hinein und visualisiere dein neues Ich, als wäre es schon da. Als hättest Du es schon erreicht. Stell dir jeden Schritt des Einführens eines Dilators oder Penis vor. So genau wie möglich.
Schreibe jetzt diese Vision so genau wie möglich auf ein Blatt Papier.
Diese Visualisierung wiederholst Du jeden Morgen. Lese Dir deine Vision selber laut vor und fühle Dich jeden Tag dort rein. Am besten noch vor dem Aufstehen im Bett, wenn Du gerade so halbwegs wach bist. In dieser Phase ist es am effektivsten.

Tipp: Erstelle Dir zu Hause ein Visionboard. Du kannst einfach Kartonpapier, Holz oder eine Pinnwand nehmen und deinen Wunsch, die Sätze darauf schreiben, malen, kleben. Deiner Kreativität und Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wenn man nun die Möglichkeit hat jeden Tag dorthin zu sehen, steigert es die Energie um ins Handeln zu kommen.
Ein letzter Brief an dich selbst:
Es soll ein „Motivations -Brief“ sein, ein „Nicht -Aufgeben- Brief“, ein „Arschtritt-Brief“.
Dieser Brief ist dazu da, dich wieder aus dem Tief herauszuholen, wenn Du kurz vor dem Aufgeben bist. Der Dich wieder auf den Kurs bringt, dich daran erinnert, warum du das hier machst, was dein Ziel ist, wie es Dir gehen wird, wenn Du es erst geschafft hast. Was würdest Du dir selbst an dieser Stelle sagen? Welche Worte würdest Du für dich finden? Schreibe diesen Brief an Dich selbst.
Denn NIEMAND sonst kann dich überreden weiterzumachen, außer du selbst.
Falte auch diesen Brief nun zusammen, stecke ihn in einen Umschlag und lege ihn für „Aufgeben-Wollen-Notfälle“ beiseite.
Wähle mit Bedacht, wann Du ihn zur Motivation rausholst. Das sollte wirklich nur an dem einen Punkt passieren, wenn Du wirklich alles komplett hinschmeißen möchtest, Du keinen Sinn darin siehst, weiter zu machen und einfach nichts funktionieren soll.
Dankbarkeit und Schmerz

Dankbarkeitspraxis

Dankbarkeit
Damit Du achtsamer mit deinen Gedanken umgehst, schreiben wir ab heute jeden Morgen und jeden Abend drei Dinge auf, für die wir dankbar sind. Das kann der Sonnenschein am morgen sein, das Lächeln von einer Frau in der U-Bahn, das nette Gespräch mit dem Kollegen, das tolle Abendessen, welches Du Dir selbst zubereitet hast. Jede Kleinigkeit, die dich glücklich gestimmt hat, kann das sein. Dafür nutzt Du deine Dankbarkeits-Routine und legst sie dir in Form eines Tagebuchs* ans Bett. So kannst Du vor dem Aufstehen und vor dem Einschlafen drei Momente / Dinge aufschreiben die dir ein Lächeln aufs Gesicht zaubern und startest / beendest dadurch den Tag mit positiven Gedanken.
Ich habe hier mit dem 6-Minuten-Tagebuch* von Dominik Spenst nicht nur für meine Selbstbehandlung wirklich richtig gute Erfahrungen machen dürfen. Es begleitet mich bis heute jeden Tag und durch diese kleine Routine, kann ich meinen Fokus gezielt auf die positiven Dinge im Leben richten.

Das wars fürs Erste
Klasse, die ersten Aufgaben hast Du gemeistert. Ich bin stolz auf Dich und Du kannst es auch auf Dich sein. Du hast Dich mit deinen Gefühlen auseinandergesetzt. Hast diese beobachtet und in Worte gefasst. Du warst achtsam mit Dir, hast Dir Zeit für dich genommen und das ist ein sehr wichtiger Aspekt bei der Vaginismus Thematik.
Achtsamkeit ist der Schlüssel zu deinem Körper, zu Dir selbst.
Nur wenn wir im laufenden Prozess achtsam mit unseren Gedanken und unserem Körper sind, haben wir die Chance unser Ziel zu erreichen. Wenn Du Dir ganz bewusst Zeit nimmst, dann kannst Du in Dich hineinhören, hineinfühlen und Dich selbst beobachten. Wie ein Außenstehender kannst Du analysieren, was Du gerade WIE denkst und tust.

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