Mein erstes Mal

Mein erstes Mal…

Das erste Mal penetrativer Sex

Pure Energie

Wie soll man etwas beschreiben, auf das man sein Leben lang gewartet hat und dann plötzlich eintrifft? Einfach so. Unbewusst aus dem Nichts taucht es auf. Offiziell, ohne Vorankündigung. Von jetzt auf gleich. Man bereitet sich jahrelang auf diesen einen Moment vor und ist dann fast enttäuscht, weil einfach nichts passiert… nichts! Mit Nichts meine ich nicht nichts. Sondern ich meine den Vaginismus, den Schmerz….

Ich brauchte eine Weile, um es zu verarbeiten. Es hat mich überwältigt. Meine Vulva, meine Vagina. Wir waren in einem Dauerzustand von pulsierender Energie, die nicht zu bändigen war. Es war ein Feuerherd. So, als ob man in einen kalten Ofen nach Jahren wieder Holz gesteckt hätte und er einfach nicht aufhören wollte, lichterloh zu brennen. Diese Energie auszuhalten war nicht einfach. Es steckte so viel Kraft dahinter und das machte mir Angst. Ich konnte an nichts anderes mehr denken. Die Blockade war gelöst und doch wurde mir schlagartig bewusst, dass meine Reise gerade erst begonnen hat.

Die Lösung war nicht das Ende, sie war der Anfang

Anfang April hatte ich das erste Mal den Wunsch, es nach dem Missglückten Versuch penetrativen Sex im letzten Jahr endlich noch einmal versuchen zu wollen. Ich vertraute mir und meinem Körper und wusste, dass ich nicht enttäuscht werden würde. Ich spürte in mir, dass es klappen wird. Meine Gedanken kreisten permanent um diesen einen Akt der Sexualität. Das Spiel zwischen Mann und Frau, die Verbindung miteinander. Die von mir ausgesendete Energie kam an. Es meldete sich Jemand aus der Vergangenheit bei mir und ich wusste intuitiv sofort, dass dieser Kontakt genau dazu führen sollte. Und trotzdem zögerte ich es noch heraus. Doch er ließ sich nicht abwimmeln. Wir verabredeten uns. Ein einfaches Treffen, nach vielen Jahren unter alten Bekannten. Das es so intensiv, so klar und tief gehen könnte, habe ich nicht für möglich gehalten. Weder habe ich diesen Mann in Betracht gezogen, noch dass ich ihm die Wahrheit erzähle und wir es dann einfach ausprobierten.

Wir kommunizierten auf einer Wellenlänge. Uns umgaben Klarheit, Vertrauen, Halt und Unvoreingenommenheit. Wir nahmen den Gegenüber ohne Erwartungen oder Vorurteile an. So wie wir waren. Ohne Emotionen oder Gefühle füreinander. Und wir haben uns einfach auf das Abenteuer eingelassen. Es war so simpel, wie es vorher kompliziert war. Da waren nur wir. Kein Schmerz, keine Angst, kein Gleitgel, keine Vergangenheit. Die absolute Gegenwart. Die pure Neugierde. Das absolute Vertrauen. Ich glaube, dass es mir so leichtfiel, ehrlich zu sein, weil keine romantischen Gefühle im Spiel waren. Ich stand dem ganzen Versuch neutral gegenüber, musste Niemandem etwas beweisen, habe mich nicht gezwungen eine andere sein zu wollen. Ich war einfach ich.

Diese besonderen Stunden, mein erstes Mal, habe ich aufgeschrieben. In einem kleinen Gedicht, als meine Gedanken dem Geschehen noch nachschwebten:

Besondere Zeilen für einen besonderen Moment

„Du hast mich gesehen, mich ernst genommen und die richtigen Fragen gestellt, viel zu lange lebte ich in meiner eigenen kleinen Gedankenwelt.

Es gab kaum einen Ausweg, kein Weg zurück, im Grunde fehlte nur ein einziger mutiger Schritt.

Man sagt, was man aussendet kommt zu einem zurück, manchmal ist es Wut, manchmal ist es Freude, manchmal ist ein kleines Stück vom Glück.

So intensiv, so unerwartet, sind wir zuerst ganz easy gestartet.

Wir wollten über alte Zeiten reden und philosophierten über das Leben.

So viel Klarheit, so viel Leben, deine Präsenz und ich war verlegen.

Es war nicht geplant und doch habe ich es geahnt.

Irgendwann drehte sich der Gesprächsverlauf und der Abend nahm seinen Lauf.

Du schmunzeltest über meine Verlegenheit und nutzte die Gelegenheit. Lockst mich aus der Reserve und in mein Bett, bis dahin fand ich alles ganz nett.

Ich war wirklich schüchtern, selbst das viel dir auf, meine inneren Widerstände gingen runter und rauf.

Neugier vs. Angst war so groß, warum ließ ich nicht einfach los?

Mein innerer Kampf zwischen Liebe und Krampf.

Du gabst mir Vertrauen und Sicherheit, ich wusste es war an der Zeit: Ehrlich zu sein, zu mir, zu dir. Wann wenn nicht jetzt, wann wenn nicht hier?

Du warst ein Fremder, wir teilten keine Gefühle und mich dir gegenüber zu öffnen viel mir leicht… vielleicht.

Wir waren klar, ehrlich und offen für alles was kam, was mir schnell die Unsicherheit nahm.

Wie sehr hatte ich mir gewünscht, es endlich zu versuchen und nicht mehr nach dem ewigen Warum zu suchen.

Da lag ich nun nackt in deinem Arm, deine Hände auf meinem Körper so warm.

Deine Haut auf meiner, ein sanfter Kuss, zwischen uns funkte die Lust.

Ich ließ mich treiben in der Dunkelheit, öffnete mich und war bereit.

Stück für Stück tastest du dich vor, bis ich mich in dir verlor.

Es war soweit wir waren verbunden, hatte ich es wirklich so schnell überwunden?

Ich spürte deine Kraft und die Wärme in mir, konnte nicht glauben wo ich war hier mit dir.

Wir bewegten uns und probierten aus, ließen dabei keine Stellung aus.

Es war nah und fern, langsam und wild, rein und raus, ich mochte den Geruch deiner Haut.

Es war eine unglaubliche Zeit, intensiv. Dann lagen wir da zu zweit.

Du fühltest dich leer und wusstest nicht wohin. Es ergab einfach keinen Sinn.

Ich euphorisch und seltsam zugleich, hatten wir doch eigentlich eine schöne Zeit.

Bald warst du weg und wir waren allein. Kann man nach so einem Erlebnis traurig sein?

Das Kind in mir war gegangen, hatte ich doch so lange daran gehangen. Ich war endlich die Frau, die ich sein wollte und wusste nicht recht, ob das alles so richtig sein sollte.

Es war ein Abschied vom Vaginismus und ein Sprung in die Freiheit. Ist es unglaublich zu denken ich bin für so viel Sexualität noch nicht bereit?

Ich rief dich an und machte einen Cut, die Gefühle für den intensiven Moment stellten sich aber nicht ab. Ich konnte nicht aufhören daran zu denken und versuchte mich abzulenken.

Ich spürte die überwältigende Energie in meinem Schoß und kam von dem Gedanken an Sex nicht los.

Zwischen uns gab es gute erwachsene Gespräche und Momente, für mich waren sie wie Geschenke.

So klar im jetzt und hier, keine Verpflichtungen und Emotionen sagte ich dir. Frei von Gefühlen, frei im Herzen, keine Komplikationen, keine Schmerzen.

Mein Typ bist du nicht, was ich jedoch nie vergessen werde, ist dieser Moment und dein Gesicht.“

Vaginismus ein Geschenk?

Immer noch kann ich es nicht ganz fassen. Das mein Vaginismus nach so vielen Jahren einfach weg ist. Von einem Moment auf den anderen. Ohne ein Abschiedswort. Und wisst ihr was? Trotz meiner Euphorie darüber, bin ich auch ein bisschen wehmütig. Wahnsinnig? Ja! Ich lasse einen alten Bekannten gehen. Etwas, das mir über viele Jahre einen Mantel der Komfortzone gegeben hat. Ein Stück Sicherheit, nicht heraustreten zu müssen. Meine Sexualität nicht leben zu müssen. Muss ich alles nachholen? Wird diese überwältigende Energie in mir bestehen bleiben? Bin ich jetzt zum ersten Mal mit mir verbunden? Ich spüre, da ist noch so viel mehr was gesehen werden will. Meine Weiblichkeit zu 100 %.

Es ist irre, dass ich diese Zeilen verfasse und doch ist es genau das, was ich fühle. Der Vaginismus hat mir viel beigebracht. Ohne ihn, hätte ich nie angefangen, zu forschen. Hätte mich nie so intensiv mit dem Thema Sexualität auseinandergesetzt. Nicht mit dem weiblichen Zyklus, den biochemischen Prozessen im Körper oder den eigenen Bedürfnissen. Mein Vaginismus hat mich vorbereitet. Damit ich diese ganz besondere Reise mit vollem Bewusstsein und mit hundertprozentigen Einverständnis beginne. Ohne Kompromisse, mit der richtigen Portion Neugierde und einer Prise Abenteuer. Ich werde ihn nicht in schlechter Erinnerung behalten. Er ist ein guter Freund, der mich eine lange Zeit begleiten musste um zu lernen. Auch wenn ich viele Tage geweint habe, mich selbst eingesperrt und gelitten habe, bin ich ihm auch dankbar. Für diese besondere Lehrzeit und den Beginn dieser wunderschönen Reise. Auf die ich Euch weiterhin einladen möchte <3

Eure Steffi

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Steffi
Steffi
Hi, ich bin Steffi und berichte hier über meine jahrelange Vaginismus Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass jede Frau Vaginismus heilen kann und hoffe dir mit meinen erfolgreichen Schritten helfen zu können. Viel Spaß auf meiner Seite.
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