Pille und Vaginismus

Die Pille

Steffi
Steffi
Hi, ich bin Steffi und berichte hier über meine jahrelange Vaginismus Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass jede Frau Vaginismus heilen kann und hoffe dir mit meinen erfolgreichen Schritten helfen zu können. Viel Spaß auf meiner Seite.

Was die Pille mit meinem Vaginismus zu tun hat

Zwischen Pille, Libidoverlust und Vaginismus

Hast du Lust? Ich weiß nicht wie oft mir diese Frage gestellt wurde und wie oft ich gedacht habe, bitte frag einfach nicht. Ich war innerlich tot. Staubtrocken, ohne Gefühlsregung oder Lustempfindung. Sex? Damit wollte ich nichts mehr zu tun haben. Meine Libido war irgendwo im Nirvana verschwunden. Wie sollte da auch noch was laufen, wenn man ständig unter Schmerzen rumprobiert, irgendwann entnervt aufgibt und im Hinterkopf weiß, dass es an einem selbst liegt. Ich war schuld, dass zwischen uns nichts lief. Zu dieser Zeit fühlte ich mich schlecht, nahm ich meinem damaligen Freund doch seine besten Jahre. Manchmal habe ich mir gewünscht er würde fremdgehen. Einfach, damit ich gehen kann. Damit das Leiden ein Ende hat, für uns beide. Damit ich weiter im Selbstmitleid zerfließen und wegsehen kann. Damit die Schuldgefühle wenigstens aufhörten. Aber er blieb und auch dafür war ich ihm irgendwie dankbar.

Natürlich litt unser Sexualleben unter dem Vaginismus. Es stand immer, wirklich immer zwischen uns. Je länger es dauert, desto weniger konnte ich meinen Kopf ausschalten. Aber dass mein Libidoverlust auch noch andere Ursachen haben könnte, zog ich nicht in Betracht. Mein Körperbewusstsein war einfach nicht mehr vorhanden. In relativ jungen Jahren hatte ich bereits ausgeprägte Sex-Phantasien und auch Erfahrungen mit mir selbst machen dürfen. Damals hatte ich definitiv keine Probleme Feuer zu fangen oder mit nicht vorhandener Feuchtigkeit. Ganz im Gegenteil, ich war zumindest in der Selbstbefriedigung schon sehr früh regelmäßig aktiv.

„Haut- und Haarpille“

Das änderte sich erst, nachdem ich die Pille genommen hatte. Aufgrund meiner unreinen Haut und einer sehr starken und langen Periode hatte ich eine sogenannte „Haut- und Haarpille“ verschrieben bekommen. Dass sie so viel „Schaden“ angerichtet hatte, habe ich erst bemerkt, als ich wieder zu mir kam. Zwölf Jahre später, nachdem ich sie endlich abgesetzt hatte.

Eines Tages wachst du auf und du spürst, dass sich alles verändern wird. Mit einer einzigen Entscheidung. Da lag sie nun, klein und rund in meiner Hand. So harmlos sieht sie aus, so schnell und einfach verschrieben. Viele Jahre, tagtäglich, immer zur gleichen Zeit geschluckt. Meinem Körper etwas vorgegaukelt, ihn unnötig belastet -aus Bequemlichkeit. Ich könnte mir nun vorwerfen, warum ich damals so blauäugig gewesen bin. Warum ich mich von der Masse mitreißen lassen habe. Warum ich mich damals dafür entschieden habe, nur wegen „ein paar Pickeln“. Aber was bringt es mir? Nichts. Über zwölf Jahre war ich abhängig, hormongesteuert, habe meinen Körper ignoriert. Und doch wüsste ich ohne diese Erfahrung so vieles nicht über mich. Ich durfte etwas lernen. Etwas über mich persönlich, über meinen Körper, über meine Gefühle -über das Leben.

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Meine persönliche Erfahrung mit dem bekanntesten Verhütungsmittel

Vermutlich bin ich eine von wenigen, die diese Erfahrung machen durfte. Vermutlich bin ich eine von vielen. Wer weiß das schon. Es ist eine –meine– ganz individuelle Erfahrung mit der Antibaby-Pille und Vaginismus. Und da ich mir sicher bin, nicht die Einzige mit dieser Erfahrung zu sein, teile ich sie mit dir. Vielleicht hilft es dir, vielleicht fühlst du dich verstanden, vielleicht fühlst du dich dann nicht mehr allein, vielleicht bringt es dich zum Nachdenken und vielleicht bringt es dich sogar zum Handeln. Meine Geschichte ist lang. Genaugenommen sind es fünfzehn Jahre. In denen ist viel passiert und wieder auch nichts. Es war eine Achterbahnfahrt in der es zum Schluss nur noch abwärts ging. Bis zu dem Zeitpunkt, als ich mich an dem schönen Augustmorgen entschieden habe, die Antibaby-Pille abzusetzen.

Es gab keinen Kinderwunsch. Es war einfach ein Gefühl. Ein Gefühl endlich aufwachen zu wollen. Ich spürte, dass mit der Pille irgendetwas nicht stimmte. Also hatte ich recherchiert. Was würde passieren, wenn ich absetze? Bekomme ich wieder unreine Haut? Als Teenager war mein Gesicht und mein Rücken voll davon. Damals habe ich wirklich sehr darunter gelitten. Ich war die Einzige aus der Klasse mit solch schlechter Haut. Die Hautärzte hatten keine Wundercreme, die meine Pickel wegzaubern konnte. Und nachdem eine Freundin von Ihrer Pille geschwärmt hatte und sie dadurch so wunderschön reine Haut bekommen hatte, stand für mich fest: das will ich auch!
Meine Frauenärztin gab mir einen Zettel mit möglichen Nebenwirkungen. Diese sind aber untergegangen, da sie mir die Pille als Haut- und Haarpille verkaufte. So viele Mädchen hatten mit Einnahme der Pille keine Probleme mehr mit unreiner Haut und fettigen Haaren. Was passiert wohl, wenn Jemand ein Problem hat und ein anderer mit einer Wunderpille kommt? ALLE nahmen die Pille und wenn alle sie nehmen, kann es mit den Nebenwirkungen schon nicht so schlimm sein -Dumm und Körperverletzung. Damals war ich einfach glücklich damit. In kürzester Zeit verbesserte sich meine Haut. Ich hatte keine Probleme mehr mit Pickel und co., fühlte mich wohl und war bereit für die nächsten Abenteuer. Denn jetzt dachte ich -ohne Pickel- mögen mich auch die Männer… Was für ein Schwachsinn.

Meinen Körper? Kenne ich nicht!

Den Rest der Geschichte kennt Ihr aus meinem Vaginismus Erfahrungsbericht. Doch was passierte nach dem Absetzen mit mir, mit meiner Libido? Vorweg muss ich noch sagen, dass ich die Pille am Schluss circa drei bis vier Jahre komplett durchgenommen habe. Ohne Pause. So bequem wie möglich, also ohne Periode. Laut meiner Ärztin war das überhaupt kein Problem. Mit meinem Körper war ich also längst nicht mehr verbunden. Zwei Monate nach dem Absetzen hatte ich wieder einen natürlichen Zyklus. In diesem machten sich dann auch die ersten Hautunreinheiten sichtbar. Nach knapp drei Monaten sah mein Hautbild wieder aus wie mit 16. Ich hatte also dort weiter gemacht, wo es vor Jahren unterbrochen wurde. Diesmal war es mir nicht egal, aber ich wusste dass mein Körper Zeit brauchte und ich es aushalten muss. Hatte ich ihn doch jahrelang mit Chemie gefüttert, ihm etwas vorgespielt. Da waren die Pickel das geringste Problem.

Nach relativ kurzer Zeit klopfte dann auch ganz plötzlich meine Libido wieder an. Und das nicht zu knapp. Wir erlebten nochmal ein richtiges Hoch in unserer Beziehung. Eine schöne, aber kurze Zeit. Gefühlt nur ein Zyklus lang. Dann war alles wieder beim Alten und meine Libido verabschiedete sich wieder. Schade Schokolade… Wenn ich meinem Körper über ein Jahrzehnt missachtet habe, kann ich nicht verlangen, dass er auf Knopfdruck wieder funktioniert. Also gab ich mir Zeit. Ich lernte mich kennen. Beobachtete meine Zyklus, meine Periode, den Mond, den Zervix-Schleim, meine Stimmung, meine Energie. Ich hatte das Gefühl zu erwachen. Als wäre ein Schleier von meinen Augen genommen worden. Als wenn ich vorher neben mir gestanden wäre oder mein Leben unter einer Glasglocke stattgefunden hatte. Es ist schwer zu beschreiben, aber plötzlich nahm ich Dinge wieder bewusst wahr, spürte sogar meinen Eisprung. Ich war dankbar für meine Periode, auch wenn sie wieder fast zwei Wochen dauert. Meine Haut zeigte mir jedes Lebensmittel an, was nicht gut für meinen Körper war. Meinen Zyklus brauchte ich mir nicht notieren. Ich beobachtete lediglich den Mond und bemerkte auch hier jedes Mal rechtzeitig, wann meine Tage bevorstanden. Ich fühlte mich wieder verbunden, geerdet, angekommen.

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Zurechtfinden in der neuen Gefühlswelt

Nach dem Absetzen der Antibaby-Pille hatte ich den Drang, viele verrückte Dinge auszuprobieren die ich dann auch umgesetzt habe. Letzen Endes bedeutete dass auch das Ende unserer Beziehung. Ich hätte nie gedacht, dass es dazu kommen könnte. Als ich zum Absetzen der Pille recherchiert hatte, wurde davon berichtet, dass Paare sich trennen könnten. Doch für uns war diese Vorstellung damals utopisch. In meinem inneren gab es ein Jahr nach dem Absetzen einen Wirbelsturm der Gefühle. Das was ich fühlte, oder besser gesagt nicht mehr fühlte, war falsch. In meinen Augen. Der Mann neben mir hat so viel auf sich genommen, mich auf Händen getragen. Er liebte mich trotz Vaginismus. Und jetzt sollten meine Gefühle für Ihn plötzlich wie vom Erdboden verschluckt sein? Ich wollte es lange nicht glauben, verstand vieles einfach nicht. Was passierte da in mir? Ich liebte Ihn, aber eher wie einen sehr guten Freund. Es bracht mir das Herz. Was hatte ich getan? Der Kampf in mir ging fast ein Jahr. Ein Jahr voller Ablehnung, Angst, Schuldgefühlen, Selbsthass. Ich habe immer offen über meine Gefühle gesprochen. So gut es eben ging. Erklären konnte ich es nie. Mein Freund stand also einfach hilflos daneben. Es war ein Prozess. Langwierig, zäh, anstrengend und sehr traurig. Verstanden hatte ich es immer noch nicht, aber ich wusste so ging es nicht weiter. Wir beschlossen uns zu trennen.

Einen Tag nachdem wir es unseren Eltern von der Trennung erzählt hatten, bin ich auf den Blog Generation-Pille von Sina und Isabell gestoßen. Sina hatte an diesem Tag eine Podcast-Folge hochgeladen in dem sie ihre Pillen Geschichte erzählt. Zufällig habe ich sie mir angehört. Nach dieser Folge habe ich sehr lange geweint. Zum ersten Mal hatte ich es verstanden. Zum ersten Mal war dort jemand, der dieselbe Scheiße durchgemacht hatte. Ich war nicht verrückt oder anders. Ich war so unfassbar dankbar für diesen Blog, den Podcast, dass diese beiden Mädels so offen darüber sprachen. Ich glaube knapp einen Monat später erklärte Sina in einer anderen Folge dann auch den Grund für dieses Hormonchaos. Meinem Ex-Freund habe ich beide Folgen geschickt, damit er es irgendwie verstehen konnte. Ich hatte die Hoffnung, dass es ihm über den Schmerz hinweghelfen könnte. Wir hatten eine sehr innige, liebevolle und respektvolle Trennung. Er war über zwölf Jahre der Mann an meiner Seite, hat so viel zurückgesteckt. Für mich, für den Vaginismus. Dafür bin ich ihm bis heute dankbar und glücklicherweise sind wir bis heute noch sehr gut befreundet. (Den Link zum Blog findet ihr in der Sidebar)

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Meine Libido kommt mittlerweile regelmäßiger vorbei, auch weil ich hier viel unterstützt habe. Trotzdem habe ich meine Hormone noch einmal auf andere Weise abklären lassen. Wie, dass erfahrt ihr in diesem Blogbeitrag zum Thema Libido und Hormone. Ich weiß, nicht jede Frau reagiert auf das Absetzen der Antibaby-Pille so krass wie ich. Aber es gibt sicher viele da draußen, die ebenfalls darunter gelitten haben. Gerade für meine Vaginismus-Heilung war es von enormer Wichtigkeit, dass ich mich davon trennte. Denn sonst hätte ich meinen Körper, seine Funktionen nicht so gut kennengelernt. Ein wichtiges Detail für die Vaginismus-Behandlung. Daher bin ich auch der festen Überzeugung, dass die Pille bei vielen Frauen einen großen Anteil am Vaginismus hat. Leidest du an Vaginismus? Nimmst du die Pille? Siehst du einen Zusammenhang nachdem du diesen Artikel gelesen hast?

Liebe Grüße,

Steffi

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Steffi
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Hi, ich bin Steffi und berichte hier über meine jahrelange Vaginismus Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass jede Frau Vaginismus heilen kann und hoffe dir mit meinen erfolgreichen Schritten helfen zu können. Viel Spaß auf meiner Seite.
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