4. Vaginismus Übung: Bodyscan

Wie du den Scheidenkrampf verstehst und achtsame Übungen umsetzen kannst

Ich freue mich wirklich sehr, dass du bis hierhin „durchgehalten“ hast. Du hast deine Alten Gefühle losgelassen, deine Vision vor Augen und möchtest dich nun vollkommen neu erforschen. Das ist so unglaublich wertvoll. Dafür darfst du dir bis hierhin schon einmal selbst danken. Das ist großartig! Du bist auf dem richtigen Weg. Gib jetzt nicht auf, denn jetzt kommt das Schönste an deiner Auszeit.

Body Touch Experience

Gib deinem Körper nicht die Schuld

Dein Körper, das bist Du und wieder auch nicht. Du bist, was deinen Körper mit Leben füllt. Dein Geist, deine Seele. Und du hast nur diesen einen Körper. Er ist ein Wunderwerk der Natur und leistet täglich harte Arbeit, damit du hier auf dieser Erde leben kannst. Du bist mit Ihm verbunden, das ist nicht verhandelbar.

Wenn man unter Vaginismus leidet, passiert es sehr schnell, dass man seinen Körper ablehnt. Weil er nicht „funktioniert“. Weil er „falsch eingestellt“ ist. Wir verurteilen unseren Körper dafür, aber wer steuert das? Es ist unser Gehirn, das sind die Verknüpfungen in unseren Nervenbahnen die einen falschen Pfad erlernt haben. Warum also gibst Du deinem Körper die Schuld an deinem Vaginismus? Du musst verstehen, dass nicht der Muskel das Hindernis ist, sondern das Lernsystem im Gehirn. Und jetzt habe ich eine gute Nachricht. Dieses lässt sich steuern und umleiten. Du hast es also in der Hand. Und genau deswegen ist es so wichtig, deinen Körper nicht länger zu verachten. Wir wollen ihn wieder kennenlernen, entdecken, erforschen und vor allem eines: VERSTEHEN.

Nervenbahnen auf Vaginismus eingestellt

Das ist wie früher in der Schule beim Physikunterricht. Kennst Du noch die großen Batterien, aus denen wir mit kleinen Lämpchen einen Stromkreis gebaut haben. Da gab es Brücken/Schranken, mit denen man den Strom umleiten konnte. Genauso stellst Du dir die Nervenbahnen in deinem Gehirn vor. Aktuell ist es noch der rote Stromkreis. Wir arbeiten nun aktiv daran den Hebel umzulegen, um den blauen Stromkreis in Gang zu setzen und den roten lahm zu legen.

Was meinst Du, gibt es noch einen Grund deinen Körper aufgrund des Vaginismus nicht zu lieben?

Es gibt noch einen ganz wichtigen Punkt, den du unbedingt beachten solltest: Der Vaginismus wird immer ein Teil von dir und deinem Leben sein. Er ist da, du kannst ihn nicht verdrängen, abschütteln oder löschen. Denn wenn du das tust, verschließt du nur die Augen. Und wir wissen was dann passiert, es wird umso schlimmer. Jede Erfahrung in unserem Leben hat einen Grund. Da man das Leben aber immer erst rückwärts versteht, wirst du jetzt noch nicht wissen, warum du die Erfahrung des Vaginismus machen darfst. Wichtig ist nur, nimm diese Erfahrung jetzt an und fang jetzt an zu handeln. Warte nicht erst 20, 30 oder 40 Jahre, sondern beginne JETZT dein neues Leben!

Body-Touch-Experience

Step 1: Achtsamkeit

Achtsamkeitsübung
Für deine Auszeit ziehst du dich aus. Du möchtest dich mit deinem Körper verbinden, daher verstecke dich nicht unter deiner Kleidung.

Du setzt oder legst dich in deinen Wohlfühlort.

Erstmal spürst du in dich hinein: Schließe die Augen und atme einige Male tief durch die Nase ein und deinen Mund wieder aus. Atme tief in deinen Bauch hinein. Lege deine Hände unter deine Brust. Hier sitzt der Solarplexus. Hier fühlt man oft die innere Anspannung, besonders die Angst. Versuche gegen deine Hände zu atmen. Wenn du tief eingeatmet hast, halte die Luft für ein paar Sekunden an, spanne deinen Bauch dabei an und dann lass los. Hier spürst Du die Entspannung ganz besonders intensiv nach.

Ein Tipp von mir: Entspanne deinen Kiefer. Oft pressen wir unbewusst die Zähne zusammen. Beim ausatmen kann man wunderbar seinen Kiefer entspannen.

Lenken dich deine Gedanken ab?

Wenn nun deine Gedanken versuchen dich abzulenken, ist das okay. Stell dir vor, deine Gedanken sind wie Wolken. Sie ziehen an dir vorbei und manchmal bleibt eine Wolke hängen. Hier ist es nur wichtig achtsam damit zu sein. Achte auf deine Gedanken und wenn du merkst, dass du eine Zeit abschweifst, dann lass den Gedanken / Wolke wieder weiterfliegen und konzentriere dich wieder auf deinen Himmel/Atem. Du wirst merken, dass je öfter du diese Übung wiederholst, desto weniger Gedanken dich noch ablenken können. Und wenn doch, verurteile dich nicht. Das gehört dazu.

Wichtig:

Nach diesen fünf Minuten bleibst du genau wo du bist, lässt deine Augen geschlossen und stellst dir nun Stück für Stück vor, wie du den größten Dilator* aus deinem Set oder einen Penis in deine Vagina einführen kannst. So detailgetreu wie möglich. Stell dir Dich, deine Vision aus der Visualisierungs- Übung vor. Danach bleibe noch ein zwei Minuten in deiner Position, atme und komme wieder bei dir an.

Merke: Für deinen ersten Step deiner ersten Auszeit benötigst du:

  • deinen Wohlfühlort,
  • deine ungeteilte Aufmerksamkeit,
  • deinen Gedankensammler* (siehe meinen Tipp unten).

Diese kleine Auszeit kannst du eine Woche lang oder in deinem eigenen Tempo wiederholen. Wenn du spürst, dass dich deine Gedanken nicht mehr so schnell Ablenken, kannst du diese Übung mit dem zweiten Step ausweiten.

Bodyscan

Step 2: der Bodyscan

Bodyscan
Wir weiten diese Übung nun noch aus und machen einen Bodyscan. Dabei scant man im Geiste/in Gedanken seinen Körper Stück für Stück ab. Von den Fußspitzen bis zum Haaransatz fühlt man in sich hinein um zu prüfen, ob irgendwo eine Anspannung besteht. Wenn dies der Fall ist, versucht man die Stelle, an der man gerade „scant“ bewusst zu entspannen. Das klappt vielleicht nicht auf Anhieb, aber Übung macht den Meister. Wenn du den Bodyscan durchführst, lasse deinen Atem ganz normal fließen und konzentriere dich auf deine Körperteile. Diese Übung funktioniert am besten mit geschlossenen Augen, weil du hier dann vollkommen bei dir bist. Sehr effektiv ist es tatsächlich auch, sich die Augen zu verbinden. Den Bodyscan beginnst du direkt nach der Atemübung aus Step 1. Du wirst während des Atmens schon merken, dass sich mögliche Anspannungen lösen, doch beim Bodyscan gehst du nochmal in die Tiefe. Gerade im Gesicht gibt es viele Stellen, die einfach permanent angespannt sind. (wie zb. der Kiefer oder die Muskeln um die Augen).

Hinweis:

In dieser ersten Auszeit kann es anfangs passieren, dass du einschläfst. Besonders, wenn du lieber liegst als sitzt. Das ist vollkommen in Ordnung, verurteile dich auch nicht dafür. Es ist sogar ein gutes Zeichen, denn dann bist du wirklich entspannt. Wähle das nächste Mal vielleicht einfach einen anderen Zeitpunkt für deine Auszeit aus.

Du kannst deine Konzentration nicht halten?

Wenn es dir schwerfällt, das Ganze allein in der Stille zu machen, du einfach immer wieder abgelenkt wirst von deinen Gedanken, empfehle ich dir eine begleitende Meditation. Dabei hörst du einfach auf die Stimme die zu dir spricht und kannst deine Übungen machen:

Merke: Für den zweiten Step deiner ersten Auszeit benötigst du:

  • deinen Wohlfühlort,
  • deine ungeteilte Aufmerksamkeit,
  • ggf. Smartphone mit Kopfhörer für die Bodyscan Meditation,
  • deinen Gedankensammler* (siehe meinen Tipp unten).

Ich persönlich übe meistens im Liegen und mache geführte Meditationen, einfach weil meine Gedanken gerne mal durcheinanderwirbeln. Wenn ich Jemanden habe, der mir sagt, was ich tun soll, fällt es mir leichter, mich fallen zu lassen und mich darauf zu konzentrieren.

Insgesamt dauert diese Übung (Step 1 und 2) circa 40 Minuten. Wenn du dir also grob eine Stunde am Tag Zeit für dich nimmst, hast du deinen ersten Meilenstein gesetzt.

Wiederhole diese Übung mindestens eine Woche BEVOR du mit der nächsten Übung beginnst.

Tipp:

Führe über deine kleine Auszeit Buch (ich nenne es Gedankensammler*). In dieses schreibst du jeden Tag deine Erkenntnisse, was du gefühlt hast, wie es dir geht. Achte besonders auf eine positive Formulierung. Versuche Wörter wie Schmerzen oder Ablehnung zu vermeiden. Es geht um die positiven Dinge! Somit siehst du jeden noch so kleinen Fortschritt, kannst reflektieren und deine Übungen anpassen. Das trägt auch zu der gehobenen Energie deines Wohlfühlortes und deiner Grundstimmung bei.

Auch hier würde ich mich über ein Feedback von Dir freuen und wünsche Dir nun viel Spaß bei deiner persönlichen Auszeit.

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Anmerkung: Ich bin kein Arzt und kein Psychologe! Diese Übung basiert ausschließlich auf meiner eigenen Erfahrung.

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