Meine Vaginismus Erfahrung

Steffi
Steffi
Hi, ich bin Steffi und berichte hier über meine jahrelange Vaginismus Erfahrung. Ich bin überzeugt, dass jede Frau Vaginismus heilen kann und hoffe dir mit meinen erfolgreichen Schritten helfen zu können. Viel Spaß auf meiner Seite.

Meine Vergangenheit mit Vaginismus

..und mein Weg zur Selbstheilung

Vorweg möchte ich eines ganz klar betonen: Ich bin kein Arzt, auf dieser Seite geht es hier um meine Vaginismus Erfahrung. Ich war kein Opfer einer Gewalttat und habe keine körperlichen Ursachen. Und ich konnte mir nach einer Reihe von jahrelangen „Herumdoktorns“ selbst helfen den Vaginismus zu heilen. Und genau darum geht es hier. Ich bin der festen Überzeugung, dass man sich selbst aus diesem Teufelskreis befreien kann. So viele Frauen leiden unter einem Scheidenkrampf, können keinen Geschlechtsverkehr haben, oder nur unter starken Schmerzen. Die Dunkelziffer ist so groß und Niemand traut sich wirklich öffentlich darüber zu sprechen. Es ist ein Tabu-Thema und das möchte ich ändern. Jahrelang habe ich im Internet gesucht, nach Hilfe und DER Lösung für mein Vaginismus Problem. So habe ich es irgendwann genannt „Mein Problem“. Immer wieder hat man vereinzelte Webseiten gefunden, die das Thema angerissen haben, aber so richtig Hilfe oder Erfahrungsberichte gab es nicht. Mit dieser Webseite möchte ich den Frauen da draußen Mut machen, wieder daran zu glauben, dass es möglich ist. Möglich, sich wieder als Frau zu fühlen, etwas Wert zu sein, geliebt zu werden, sich nicht mehr zu reduzieren, frei zu sein, sich auszuprobieren. Es soll eine Plattform sein, mit meinen Tipps und Anregungen. So wie ich es Stück für Stück geschafft habe, meinen Vaginismus anzunehmen und daran zu arbeiten. Meine Erfahrung möchte ich mit diesen Frauen teilen, weil ich genau weiß wie sie sich fühlen, was sie durchmachen, wie gefangen sie sind, wie gelähmt. Ich kenne es seit über 30 Jahren…..

Mein Weg durch den Vaginismus

Nur kurz angerissen möchte ich Dir von meinem Leidensweg berichten und wie ich es geschafft habe, dort raus zu kommen. Ausführlicher würde es einfach den Rahmen sprengen:

Opfermodus

Step 1: Mit sechzehn bekam ich von meinem Frauenarzt die Pille verschrieben. Nicht weil ich einen Freund hatte und die Pille der Verhütung dienen sollte. Nein, mein Arzt empfahl sie mir aufgrund von vielen Pickeln im Gesicht unter denen ich sehr gelitten hatte und wegen einer starken, lang andauernden Periode (immer so ca. vierzehn Tage). Ich war damals einfach nur glücklich, nicht mehr das einzige Pickelface in der Klasse zu sein. Wie durch ein Wunder hatte ich keine Pickel mehr und auch meine Tage blieben fast komplett aus. Konnte damals ja nicht ahnen, was ich meinem Körper damit angetan habe…

Scheidenkrampf

Step 2: Ich war siebzehn, er dreiundzwanzig. Ich hatte keine Erfahrung, er schon. Wir waren bei Ihm, noch nicht lange zusammen, aber ich wollte ES. Er war wirklich heiß und ich hatte richtig Lust. Doch als es dann ernst wurde, tat es sehr weh und dann war da plötzlich eine „Wand“. Kein Durchkommen, die Schotten waren dicht. Ich weiß noch genau wie ich mich gefühlt habe. Konnte es nicht verstehen. In keinem der vielen Gespräche mit Freundinnen oder Schwestern wurde das erwähnt. Was war da los? War ich falsch, kaputt, defekt? Ich verstand es nicht. Hatte es mir doch mein erstes Mal so schön ausgemalt. Wie perfekt es werden würde. Und jetzt ging einfach nichts! Er hatte Verständnis, machte mir aber auch klar, dass er mir nicht helfen könne. Das war für mich irgendwie ein Schlag ins Gesicht und klar und deutlich MEIN Problem, nicht seins. Ich war der Fehler im System.. und schon hatte mein Gehirn eine neue Verknüpfung geschaffen. Hallo erste Vaginismus Erfahrung. Vier Wochen später war es aus.

Step 3: Einen neuen Freund (eineinhalb Jahre), wieder kein Sex und eine Eifersuchtstory später habe ich mit neunzehn einen neuen Mann kennen und lieben gelernt. In den Jahren davor hatte ich zum Thema Scheidenkrampf viel im Internet recherchiert, bis ich dann auf Vaginismus gestoßen bin. Damals gab es noch nicht „so viele“ Internetseiten, aber ein Buch, welches ich mir direkt bestellt hatte. Wenn die Liebe schmerzt von Amelia Ahmed. In diesem Buch* wird alles ganz deutlich erklärt. Dazu hatte ich mir noch ein Dillatoren- Set* mitbestellt um die Übungen darin anzuwenden. Doch es funktionierte alles nicht. Warum, da komme ich später noch zu. Ich hatte also einen neuen Freund und schon beim Kennenlernen war meine größte Angst, wieder verlassen zu werden, sobald er von meinem Vaginismus erfährt. Unsere Beziehung hielt fast zwölf Jahre! Und genau darum geht es. Es ist möglich eine Beziehung mit Vaginismus zu führen. Man muss offen und ehrlich darüber sprechen und versuchen Lösungen zu finden. Es gibt viele Wege miteinander Sex zu haben. Aber es ist auch für beide eine große Belastung.

Step 4: „Seine Größe“ war angsteinflößend. Ja, ich kann es nicht anders beschreiben. Wenn Du sowieso schon mit deinem Vaginismus zu kämpfen hast, ist es umso schwieriger die „Tore zu öffnen“ wenn Dich die Größe dazu noch einschüchtert. Ja ich kann heute darüber lachen. Damals weinte ich sehr viel. Wir übten, nutzten verschiedene Gleitmittel, hatten lange Vorspiele, doch nichts half. Ich konnte noch so viel Lust haben, die Wand war einfach da. CLOSED.

Vaginismus Erfahrung

Step 5: Nachdem ich mich meiner Frauenärztin geöffnet hatte, sie aber zu wenig Erfahrung mit Vaginismus hatte, riet sie mir, mein Jungfernhäutchen chirurgisch entfernen zu lassen. Eine kleine OP im Krankenhaus, keine große Sache. Es könne gut sein, dass es einfach zu „dick“ sei und die Schmerzen dadurch ausgelöst werden würden. In meiner Hilflosigkeit willigte ich ein und es war soweit. Morgens um sieben Uhr sollte ich nüchtern vor Ort sein, zog die entsprechenden Klamotten an und bekam eine „Scheißegal-Tablette“. Danach bekam ich wirklich nur ein paar Bruchstücke mit. Alles lief super, bis zu dem Zeitpunkt als ich aufwachte und wirklich sehr dringend zum Klo musste. Die Schwester kam ins Zimmer und erklärte mir, dass ich aufgrund der leichten Blutung bei der OP ein „Tuch“ in meiner Vagina hätte, welches sie erst einmal entfernen müsse. Da lag ich also in meinem Zimmer (meine Bettnachbarin neben mir), auf meinem Bett und entblöste mich vor der Schwester. Nicht das ich zu diesem Zeitpunkt sowieso schon absolut beschämt war, aufgrund des Eingriffes. Nein, ich hatte noch ein verdammtes Tuch in meiner von Vaginismus verkrampften Vagina stecken, was nun mit „Gewalt“ aus dem ausgetrockneten Schlund gezogen wurde. Vor den Augen meiner Bettnachbarin. Ich wollte im Boden versinken, von den brennenden Schmerzen mal ganz abgesehen. Danach hat es zwei! Stunden gedauert, bis ich wieder so „gelöst“ war, dass ich endlich auf Toilette gehen konnte. Ich dachte wirklich meine Blase explodiert zwischenzeitlich. Danach durfte ich dann endlich nach Hause. Nach ungefähr zwei Wochen probierten wir es voller Vorfreude wieder, aber die Schotten waren dicht. Kein Wunder, wurde der Mechanismus durch das „Tuch-Erlebnis“ ja noch tausendfach unterstützt. Wieder um eine Vaginismus Erfahrung bereichert. Hallo schwarzes Loch!

Step 6: Da nicht hundertprozentig sicher war, ob dieser Scheidenkrampf von meiner ersten sexuellen Erfahrung hängen geblieben ist, beschlossen wir, dass ich zur Sexualtherapeutin gehe. Eine Frau selbstverständlich und natürlich aus eigener Tasche bezahlt. Man versucht ja, jeden Strohhalm zu greifen, den man kriegen kann. Doch was soll ich sagen, es war ein absoluter Reinfall. Die Frau war gut, wir haben auch Übungen gemacht wie Bodyscan und viele Andere, allerdings konnte ich einfach keinen Mehrwert für mich daraus mitnehmen. Ich verstand mein Problem an sich und konnte es auch irgendwie ableiten, aber ich war nicht traumatisiert. Ich steckte einfach fest, aber sie konnte mir nicht helfen. Nach fast einem Jahr habe ich die Therapie abgebrochen. Und dann passierte eine ganz lange Zeit erstmal nichts mehr. Mein Freund und ich hatten Sex, irgendwie, anders. Es war nicht sehr befriedigend und ich merkte auch, wie ich immer weniger Lust hatte. Bis diese schließlich komplett verschwand. Ich tat mir selbst leid, fragte mich, warum gerade ich Vaginismus hatte. Opfermodus ole`!

Step 7: Zwischendurch habe ich meine Frauenärztin gewechselt. Die erste hatte bei einer Untersuchung beim Ultraschall etwas Auffälliges gesehen und behauptete VOR den offiziellen Blutergebnissen, dass es sich um einen toten Fötus handeln könne, der ausgeschabt werden müsse… Diese Aussage traf sie, OHNE handfeste Ergebnisse, VOR einem langen Wochenende (mit Feiertagen) und mit dem Wissen, dass ich wegen Vaginismus KEINEN Geschlechtsverkehr habe. Grundsätzlich vermittelte sie mir das Gefühl, kein Verständnis für meine Situation zu haben, bot keine Hilfestellung an und war sehr kompromisslos. Der Wechsel war hier längst überfällig und wichtig. Meine jetzige Frauenärztin ist hier sehr verständnisvoll und bietet auch Lösungsvorschläge an.

Kämpfermodus on!

Step 8: Irgendwann, Mitte / Ende der Zwanziger hatte ich keinen bock mehr, alles einfach zu akzeptieren und hinzunehmen. Ich wollte es angehen und kämpfen. Es musste doch eine Möglichkeit geben, diesen scheiß Vaginismus wieder loszuwerden. Die Beziehung stand auf der Kippe, die Lustlosigkeit war größer denn je und trotzdem wollte ich mir meine besten Jahre davon nicht nehmen lassen. Und eines Tages stand ich dann morgens im Schlafzimmer am Fenster, wollte gerade die Antibaby-Pille schlucken, als ich plötzlich ins Zögern kam. Ich betrachtete diese winzig kleine Pille und hatte wie aus dem Nichts eine Ablehnung ihr gegenüber. Ich war nicht mehr bereit diese Chemie in mich reinzustopfen. Meine Libido war nicht mehr vorhanden und ich dachte immer, das sei der Nebeneffekt der negativen Vaginismus Erfahrung. Doch es lag natürlich auch an der Pille. Wie soll ich den Vaginismus denn behandeln, wenn ich keine Lust auf Sex hatte? Nebenbei muss erwähnt werden, dass ich vorher bereits zum Pille absetzen recherchiert hatte. Ich hatte auch mit meinem Partner gesprochen. Es gab keinen Kinderwunsch, aber ich wollte es einfach nicht mehr. Es war einfach ein Gefühl. Und so kam es, dass ich sie an diesem besagten Morgen einfach abgesetzt habe. Die beste Entscheidung meines Lebens.

Scheidenkrampf

Step 9: Die Pickel kamen zurück, mein Körper fing dort an, wo er vor über 12 Jahren aufgehört hatte. Das war meine größte Sorge, hatte ich als Teenager doch so stark darunter gelitten. Doch dieses Mal war es ok, weil ich den Prozess verstand. Ich wusste das mein Körper Zeit brauchte. Auch die Libido kehrte zurück. Nur für kurze Zeit, aber es gab ein Hoch. In dieser Hochphase beschlossen mein Freund und ich einen Experten aufzusuchen. Gab es doch einen Gynäkologen, der sich genau auf Vaginismus Patienten spezialisiert hatte. Das war nun mein neuer Anker, ich suchte immer noch im Außen. Die Sprechstundenhilfe war wirklich super lieb und wir haben einen Termin finden können. Das die Kosten nicht von der Krankenkasse übernommen wurden, muss ich glaube ich nicht erwähnen, also blieben die fast zweieinhalb tausend Euro auf uns hängen. Was tut man nicht alles, wenn man verzweifelt nach einer Lösung sucht. Es wurde alles untersucht. Alle Funktionen, innen und außen, wurden getestet und geprüft, Hormone im Blut untersucht, verschiedene Werte genommen und vieles mehr. Eine sehr private, angenehme Atmosphäre. Ein professioneller Arzt und eine sehr einfühlsame, liebe Arzthelferin. Doch letzten Endes konnte auch dieser Arzt keine Einschränkungen feststellen. Man hofft ja insgeheim, dass man nun endlich einen Grund für den Vaginismus in den Händen halten könne, doch leider war dies nicht der Fall. Somit waren wir zwar sicher, dass rein körperlich alles soweit in Ordnung war, doch trotzdem keinen Schritt weiter.

Aufwachen und Annahme

Step 10: Ich konnte eine Veränderung in mir feststellen. Nachdem ich nun seit einem Jahr keine Pille mehr genommen hatte, seitdem viele verrückte Dinge ausprobiert hatte, stellt ich mein komplettes Leben in Frage, besonders meine Partnerschaft. Ich bemerkte, dass ich im Widerstand zu mir selbst stand und immer wieder gegen mich kämpfte. Sei es wegen dem Vaginismus oder auch anderen Themen. Ich kämpfte dagegen und sperrte es aus. Doch wie soll das funktionieren, wenn es doch ein Teil von mir ist?! Als ich das plötzlich verstanden hatte, begann ich mich selbst zu beobachten. Meine Gedanken und Gefühle. Zu sehen, was ich mir selbst jeden Tag einredete. Meine Opferrolle, mein Kampfmodus. Ich musste mich und den Vaginismus annehmen, damit ich damit und daran arbeiten konnte. Unsere Partnerschaft hat diesen jahrelangen Kampf nicht überlebt. Wir hatten nie diese wirklich intensiven, intimen Momente zusammen erlebt, das Thema Sex war zu negativ in unseren Köpfen verankert gewesen und mit viel Ablehnung verknüpft. Ich wollte Sex, ich wollte eine intensive Partnerschaft und ich wusste, dass ich nie dorthin kommen würde, wenn ich mir nicht die Zeit für mich nehme. Damals hatte ich die Partnerschaft aufgrund eines Mangels begonnen. Ein Mangel an Selbstwertgefühl und Vertrauen. Ich liebte meinen Freund, versteht es nicht falsch; aber eine Partnerschaft mit Angst und Mangel einzugehen, bedeutet immer irgendwann den Tod dieser oder die totale Unzufriedenheit einer Person. Nach einem langen intensiven Prozess beschlossen wir also getrennte Wege zu gehen. Die absolut richtige Entscheidung und zum Glück verstehen wir uns bis heute noch immer sehr gut.

Vaginismus Behandlung

Step 11: Meinen Körper habe ich erst nach dem Absetzen der Pille kennengelernt. Auf dem Blog von GenerationPille könnt Ihr zu dem Thema Pille absetzten eine ganze Menge lesen. Auch Ihr Podcast ist sehr informativ. Ich habe plötzlich verstanden, WARUM mein Körper beispielsweise überhaupt Schmerzen anzeigt, wenn jemand eindringen möchte. Das lag einfach daran, dass ich zu trocken war. Offensichtlich oder sagen wir äußerlich war ich das nicht, aber innerlich schon. Eine wirklich simple Erkenntnis, die für mich aber der absolute Durchbruch war. War es doch so offensichtlich! Die fehlende Libido trug natürlich noch dazu bei. Zwei ganz simple Themen, die doch so weltbewegend waren. Hier ging es wirklich um Körperverständnis.

Step 12: Ich hatte also verstanden, dass die Trockenheit und meine nicht vorhanden Libido zumindest äußerlich meine größten Baustellen waren und diese musste ich beheben um mit den Vaginismus Übungen beginnen zu können. Doch einfach beheben ist nicht möglich. Wenn ich in meinen Körper zwölf Jahre lang Chemie reingestopft habe, braucht dieser auch eine gewisse Zeit, diese wieder abzubauen. Also musste Unterstützung her. Ich recherchierte also im Internet, nach wirkungsvollen Mitteln um die Libido zu steigern und die Feuchtigkeit anzuregen. Was war das Wundermittel? SEX! Sehr witzig.. also musste ich in Lösungen denken. Was lag dann am nächsten. Ein Aufsatz-Vibrator* und Gleitmittel*. Damit es Spaß machte und ich auch dranblieb, brauchte ich also einen Orgasmus-Garant und was lag hier näher als der Womanizer*. Was soll ich sagen, wieder die beste Entscheidung. Somit war ich also gut eingedeckt. Den Dilator* bzw. das Set hatte ich ja bereits zu Hause und das Buch ebenfalls.

Step 13: Der Weg zu mir selbst war dann eigentlich recht kurz (ist aber auch noch nicht vorbei ). Ich war nun allein, hatte Zeit für mich, konnte mir Freiräume schaffen. Das war wichtig für den Übungsprozess. Aufgrund einer sehr kleinen Wohnung hatten mein Partner und ich in unserer Beziehung keinen wirklichen Rückzugsort bzw. keinen Wohlfühlort, was das Üben mit dem Dilator zum Beispiel deutlich erschwerte oder unmöglich machte. Wie soll man sich entspannten, wenn der Partner direkt nebenan sitzt? Ich konnte das nicht. Nachdem ich allerdings allein war, wollte ich plötzlich alles ausprobieren. Anatomisch hatte ich mich bei meiner Frauenärztin schon „beraten“ lassen. Sie erklärte mir an meinem Körper den Mechanismus des Vaginismus. Doch nun wollte ich auch körperlich diesen Prozess verstehen. Also holte ich meine Hilfsmittel hervor und begann zu üben. Ich erforschte meinen Körper, hörte in mich hinein, in meine Gefühle, in meinen Kopf. Ja und dann am (ich glaube) vierten Tag konnte ich den zweitgrößten Dilator einführen.

Step 14: Ich weiß das Ihr jetzt denkt, dass es unmöglich ist. Ihr das NIEMALS hinbekommen würdet. Aber ich möchte euch versichern, dass es funktionieren kann! Nach zwei Wochen, konnte ich den größten Dilator einführen und hatte nach den ersten drei Stößen KEINE Schmerzen mehr! Ich war nicht mehr verkrampft und das Einzige, was beim ersten Eindringen ein wenig brannte, war die innerliche Trockenheit. Sobald das Gewebe „angeregt“ war, spürte ich keinen Schmerz mehr. Das ist auch bis heute so geblieben, aber damit kann ich arbeiten und vor allem LEBEN. Ich weiß, okay am Anfang einfach vorsichtiger sein und dann flutscht es.

Ich hatte es also einfach VERSTANDEN! Und es ist am Anfang eng, ja. Aber je öfter Du übst, desto weiter wird es. Und es ist auch wichtig dran zu bleiben, damit man keinen Rückschlag erlebt, aber selbst dann ist es kein Problem wieder anzufangen, weil das Verständnis einfach da ist. Und dann geht die Angst vor dem Schmerz beiseite. Das ist meine Vaginismus Erfahrung.

Du kannst das auch!

Und weil ich einen langen Weg hinter mir habe, das nachvollziehen kann, was Ihr gerade durch macht, möchte ich helfen. Ich habe viel Zeit im Schmerz, in der Angst vor Ablehnung, in der Selbstzerfleischung gelebt, aber je eher man hinsieht und anfängt zu handeln, desto eher kommt man raus.

Ich hoffe, dass Euch meine Geschichte Mut macht. Das sie Euch ins Handeln kommen lässt. Vor allem Weg von der Opferrolle, vom Kämpfermodus – rein in die Achtsamkeit, Annahme und das Verstehen. Das ist schon fast der ganze Weg. Nehmt Euch selbst an, euren Körper, den Scheidenkrampf. Lernt euren Körper und den Mechanismus dahinter kennen. Wenn ihr den Vaginismus und euren Körper VERSTEHT, dann sind die Übungen nur noch das i-Tüpfelchen.

Also: Warte nicht darauf, dass ein Wunder passiert. Das Wunder bist du selbst. Nur Du allein, kannst an deiner Situation, an deinem Vaginismus etwas ändern. Niemand sonst. Also worauf wartest du noch? Willst du Dich vom Vaginismus bestimmen lassen oder bestimmst du den Vaginismus?

 

Liebe Grüße,

Steffi

 

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